2010 – Westküste II – 6. Tag

Escalante – Bryce Canyon – Zion – Hurricane

Montag 17. Mai 2010

Nach fünf Nächten habe ich endlich den Jetlag so gut wie hinter mir gelassen und es war bereits sieben Uhr, als wir in die Gänge kamen. Nachdem wir unsere Sachen wieder im Auto verstaut und uns mit Frühstück versorgt hatten, ging es weiter in Richtung Bryce Canyon National Park.

Nach knapp einer Stunde erreichten wir den Park, welcher für mich zu den Top 3 des Westens zählt. Der Park liegt auf über 2400 Metern Höhe und damit deutlich höher, als die anderen bekannten Parks in der Umgebung. Das Hochplateau wurde über die Jahrhunderte an den Rändern ausgewaschen, wodurch so genannte Hoodoos entstanden sind. Hoodoos beschreibt man am besten mit Felsspitzen, oder Felsstacheln.

Die Park-Loop-Road ist leider eine Einbahnstraße, deshalb benötigt man auch einiges an Zeit für den Hin- und Rückweg. Wer keine Lust auf eine Wanderung hinter zu den Stacheln hat, der kann auch von den unzähligen Aussichtspunkten tolle Fotos machen. Wir sparten uns aufgrund des eisig kalten Wetters eine Wanderung und verließen gegen Mittag den Park um weiter in Richtung Zion National Park zu fahren.

Über die US-98 sowie die UT-9 erreichten wir den Zion National Park von Osten kommend. Schon die Anfahrt zum Zion (gesprochen Sion) ist äußerst spektakulär. Die Straße führt von oben kommend durch einen Tunnel in den östlichen Parkcanyon hinein. Von dort geht es dann in Serpentinen hinab um dann zum Besucherzentrum zu kommen.

Dort stellten wir dann unser Auto ab und bestiegen die Shuttlebusse, welche die Besucher, in den für Privat-PKW gesperrten Teil bringen. Ein ziemlich gutes System, dass vor allem der Umwelt zu gute kommt. Der Zion ist im Prinzip eine lange Schlucht, mit zum Teil mehreren hundert Meter hohen Steilwänden. Der Park ist ein Paradies für Wanderer und es gibt die unterschiedlichsten Schwierigkeitsgrade an Wanderwegen. An der Endhaltestelle der Shuttlebusse stiegen wir aus und wanderten noch etwas in den Canyon hinein, bis der Weg in einem Bach endet. Leider führte der Bach noch ziemlich viel Wasser, weshalb wir umkehren mussten.

Wie schon auf dem Hinweg, sahen wir auch auf dem Rückweg immer wieder Grauhörnchen. Leider sind die Nager mittlerweile viel zu sehr an den Menschen gewöhnt und kommen oft sehr nahe. Das kann unangenehme Folgen für beide Seiten haben, den die Tiere haben sehr oft Tollwut. Ein Eichhörnchen war besonders mutig und kletterte in aller Ruhe auf einem kleinen Strauch herum, welcher direkt über dem reißenden Fluss hing. Schon auf dem Hinweg hatte ich es bemerkt und auf dem Rückweg mampfte es immer noch genüsslich vor sich hin. In einem kleinen Bächlein, haben wir außerdem unsere erste, etwa 30 cm lange, Schlange gesehen.  

Leider war das Wetter den ganzen Tag nicht auf unserer Seite. Schon im Bryce Canyon war es empfindlich kalt und auch im Zion wurde das Wetter nicht besser. Zudem hatten wir fast durchgehend wolkenverhangenen Himmel. Daher machten wir uns, nachdem wir wieder an der Endhaltestelle der Shuttlebusse waren, uns auf den Rückweg zum Besucherzentrum.

Wir verließen anschließend den Park und fuhren noch etwa eine halbe Stunde, um nach Hurricane zu kommen, was wir als heutiges Ziel ausgesucht hatten. Dort fanden wir im Rodeway Inn für nur 78 $ ein Familienzimmer, mit je einem Bett pro Person.

Nachdem wir unser Zimmer bezogen hatten, brachen wir wie gewohnt noch einmal auf um etwas zum Essen zu suchen. Wir wurden an der Hauptstraße fündig und kehrten im Barista’s Diner ein. Für mein damaliges Verständnis, waren die Burger mit 14 $ pro Stück sehr teuer, aber sie waren es wert. Der Inhaber Steve hat aus dem ganzen Aufenthalt eine ziemliche Show gemacht und uns nebenbei auch die Geschichte seines Restaurants erzählt. Im Laufe der Jahre muss Steve sein Händchen für Gäste abhandengekommen sein, den der Laden existiert nicht mehr und beheimatet heute einen Mexikaner.  

Distanz: 168 Meilen (269 km)

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